Anzug oder Sport-Kleidung ?

Das Vor-Täuschung des Seriösen ....
und die Leiden des Ewald L.

Es begann alles mit Cesar Menotti.
1986, Weltmeisterschaft in Mexiko.
Und der Coach der Argentinier stand plötzlich gestriegelt im Anzug neben der Trainerbank.

Franz Beckenbauer hat es ihm dann sofort nachgemacht.
Toller Anzug, und fast die ganze Zeit unbeweglich stehen.
Na klar, Franz war ja auch kein richtiger Trainer.
Da war die Unterscheidung mit dem Anzug geschickt.

Nach Beckenbauer wurde es für viele Trainer zur "Pflicht", im Anzug zu erscheinen.

Warum, weiß man nicht so genau.

In der neuen Bundesliga-Saison war gerade bei den Hitze-Spielen sichtbar,
daß ein Ewald Lienen lieber leidet, als einen normalen, lockeren Trainings-Anzug anzuziehen.

Vielleicht bekommt er ja auch noch Geld dafür, daß er bei 36 Grad im Schatten den grün-schwarzen Schlips der Borussia in die Kamera hält.



Doch die Liga ist gespalten.
In die Lockeren und die Schlips-Träger.

Rolf Rangnick saß entspannt und locker auf seiner Trainerbank,

ganz in grauem Sport-Dress, als seine 96 die Bayern an die Wand spielten.

Von Huub Stevens wissen wir auch, daß er immer locker im Sports-Dress erscheint.

Sicherlich der souveränste Trainer in der Außen-Erscheinung.

Auch Kurt Jara vom HSV, Mathias Sammer von Dortmund, Friedhelm Funkel in Köln,
sind im Sports-Dress souverän.

Es würde mich interessieren, wieso Augenthaler die Distanz im Anzug sucht.
Und klar, Ottmar Hitzfeld hat den Schlips, sein Co- den Sports-Dress.

Für mich sind die Schlips-Träger verkrampft,
um Außendarstellung bemüht.
Die Sports-Dress-Trainer locker und selbstbewußt.

Ober-Dressman Röber macht in beiden Fällen eine Super-Figur.
Und der Stuttgarter Magath hat sich vom ersten Tag als Trainer
als Dressman verstanden.
Äußerste Noblesse und Stil.
Allerdings wirkt er da auch immer etwas verkrampft,
trotz all seiner Erfolge.

Da ist doch Rudi Völler zu beneiden.
Diese Easyness.
Diese Leichtigkeit.
Wo der Trainings-Anzug wirklich wieder nebensächlich ist,
weil sein Träger auch ohne zu sprechen immer souverän ist.


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